Wir machen uns stark für die Region, zusammen mit der Wirtschaftsförderung Wetterau

/ blfp architekten

Foto: wfg / (v.l.): Oliver Schmidt, Klaus Karger, Bernd-Uwe Domes (alle wfg), Andreas Schmitt, Claudia Moser, Günter Gondolf (alle blfp)

Wirtschaftsförderung und Architekturbüro blfp sind von Chancen des ländlichen Raums überzeugt

Es boomt im Kreisgebiet: Die Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen ist anhaltend hoch. Jeder kennt jemanden, der auf der Suche ist - sofern er nicht sogar selbst Bedarf an einer neuen Wohnung, einem Haus oder einem Gewerbegrundstück hat.

Wie diese Nachfrage strukturell angegangen werden kann, wie sich die Region weiterentwickeln kann, dabei aber ihre Charakteristik behält, mit diesen Fragen beschäftigt sich die Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH, aber auch das Architekturbüro blfp architekten gmbh in Friedberg. Die Akteure sind sich einig: Ungesteuertes Wachstum sollte es nicht geben, stattdessen braucht es ein Konzept - mit innovativen Ideen.

"Das Rhein-Main-Gebiet samt Umland ist ein Hotspot", sagt Andreas Schmitt. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der blfp architekten gmbh in Friedberg, die über 100 Mitarbeiter beschäftigt und bundesweit tätig ist. Das Rhein-Main-Gebiet sei in seiner Form einzigartig in Deutschland: "ländliche Ressourcen, dennoch verkehrlich gut angebunden, mit vielen Fachkräften durch das dichte Hochschulnetz". Und vor allem: Im Gegensatz zu München, Köln/Düsseldorf oder Erlangen/Nürnberg gebe es hier noch genügend Flächen, die entwickelt werden könnten.

"Gewerbetreibende suchen händeringend nach Grundstücken", berichtet Schmitt aus seiner tagtäglichen Arbeit. Auffällig dabei: Die Region sei längst nicht mehr vom Finanzsektor dominiert, sondern werde immer mehr zu einem Zentrum für Forschung, IT und Entwicklung.

Eine spannende Aufgabe für alle Menschen, die mit Stadtplanung zu tun haben - so auch für Architekten. Einfach ein Gebäude hochzuziehen, das verträgt sich weder mit dem Berufsethos noch mit den Vorstellungen der Auftraggeber. "Wir wollen Kommunen innovativ weiterentwickeln", sagt Schmitt und nennt als konkretes Beispiel die Europäische Schule in Bad Vilbel. Der von blfp realisierte Neubau in Dortelweil besteht aus den Nutzungseinheiten Gymnasium, Grundschule, Kindergarten und Sporthalle, angeordnet als multifunktionaler Campus. Das Besondere war die Forderung des Bauherrn nach einer Zweitverwertung der Schule als Bürogebäude, da zum Zeitpunkt der Planung die Schülerzahlen noch nicht bekannt waren. Der Campus wurde deshalb so geplant und umgesetzt, dass er variabel um- und ausgebaut werden kann. Das Konzept der Europäischen Schule ist mittlerweile ein großer Erfolg und wertet die Region weiter auf.

Aber es sind nicht nur Großprojekte wie dieses oder das Butzbacher Schloss, die ehemalige Maschinenfabrik Reuss in Friedberg und die neue Therme in Bad Nauheim, die das Architekturbüro in Angriff nimmt. Oft sind es gerade die kleinen Aufträge, die Einfluss auf das Dorf- und Stadtbild und damit das Leben vor Ort nehmen, so etwa der Neubau der Mensa der Christian-Wirth-Schule in Usingen. Dort wurde die Mensa durch einen Anbau und einer denkmalschutzgerechten Sanierung des Schlossgartens zur Stadthalle der Stadt Usingen erweitert. In einem historisch gewachsenen Umfeld entstand so ein Ort mit einer hohen Aufenthaltsqualität. "Solche Projekte wahren die Identität eines Ortes", ist Claudia Moser von der blfp-Geschäftsleitung überzeugt.

„Aktuelle Projekte aus unserem Haus am Lahnufer in Wetzlar sind ein hervorragendes Beispiel für erfolgreiche Stadtreparatur und Innenentwicklung im Sinne lebendiger und nutzungsgemischter Wohn- und Versorgungsstandorte.“

Claudia Moser

Bürger mit einbeziehen

Dieser Meinung sind auch Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger, die Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH. Zunächst sollte sich eine Kommune - sowohl Verwaltung und Politiker als auch Bürger - die Frage stellen, welche Potenziale sie habe und wie sie diese entwickeln könne. Vorbildlich sei dies in Bad Salzhausen gelungen, wo die Wirtschaftsförderung unter Einbeziehung vieler Partner, so auch blfp, an einem Masterplan gearbeitet hat, der nun Schritt für Schritt umgesetzt wird. "Entwicklung darf nicht beliebig geschehen, sondern muss potenzialgerecht sein", sagt Domes, "das gilt für den Wohnbau ebenso wie für die Wirtschaft, aber auch für Tourismus." Chancen erkennen, benennen und dann nutzen, kurzum: ein roter Faden sei das Erfolgsrezept.

Dafür sei es wichtig, alle Beteiligten mit ins Boot zu holen. "Bürger, Unternehmer und Vereine - es gibt so viel Erfahrung und Ideenreichtum, auf die man nicht verzichten sollte", sagt Karger. Das Engagement der Initiative "Spurenleger" in Friedberg sei ein gutes Beispiel: Deren engagierte Mitglieder bringen etwa Vorschläge ein, wie die Kaiserstraße zukunftsfähig gemacht werden kann.

Der ehemalige Inhaber des Büros blfp, Michael Frielinghaus, arbeitet in dieser Gruppe federführend mit und steht auch seinem ehemaligen Büro nach wie vor als Architekt zur Seite.

Darüber hinaus steht die Wirtschaftsförderung auch Kommunalverwaltungen zur Seite, um sie bei den Herausforderung beim Thema Städtebau und Stadtentwicklung zu unter-stützen. „Auf die eigene Identität setzen und qualifiziert wachsen - bei diesen neuen Aufgaben leisten wir gerne Hilfestellung", erklärt Domes. Das ist auch nötig, denn die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, wie Oliver Schmidt, Projektmanager bei der Wirtschaftsförderung, verdeutlicht: Im Speckgürtel 20 Kilometer rund um Frankfurt werde eine Ansiedlung immer schwieriger. Längst habe sich der Entwicklungsdruck auf einen 60-Kilometer-Radius rund um die Metropole ausgedehnt: "Der komplette Wetteraukreis liegt darin.“

"Es braucht eine kühne Vision"

Innenentwicklung, Landschaftsbilder, Förderprogramme - wichtige Informationen zum Thema Städtebau in die Kommunen zu transportieren, sei auch für sie als Architekten wichtig, ergänzt Schmitt. "Oft wird uns erklärt, was nicht geht", erzählt er aus seiner Berufspraxis. Er hingegen ist überzeugt davon, dass es "eine kühne Vision" braucht, um voranzukommen. Die Debatte über die Umsetzung eines Projekts sei erst der zweite Schritt. Er wolle Menschen dazu ermutigen, die Region mit offenen Augen wahrzunehmen und so deren Potenziale zu erkennen.

Die vielen Seen etwa, die durch den ehemaligen Braunkohleabbau entstanden sind: "Die haben unglaublich viel Potenzial, sowohl für uns Einheimische als auch für Touristen." Über den anfallenden Müll zu diskutieren, über die verkehrliche Anbindung, über nötige Toiletten und die Gefahren, wenn man die Seen zum Baden oder Surfen freigibt - diese Fragen sollten sich nicht gleich zu Beginn stellen. "Erst einmal ist es ein Raum, der für Menschen nutzbar ist", betont Schmitt, der Stadtentwicklung auch als das Zusammenfügen eines Landschaftsbildes mit der Geschichte des Ortes versteht. Doch die Realität ist oft eine andere.

"Wir reden uns als Bürger viele Dinge kaputt. Wir brauchen mehr Mut, um auch mal einen Schritt weiter zu gehen. Nicht laut, nicht modisch, sondern immer am Menschen orientiert."

Andreas Schmitt

Sein Kollege aus der blfp-Geschäftsleitung, Günter Gondolf, ergänzt: "Wir müssen den Menschen deutlich machen, dass sie Teil des Ganzen sind. So kann man ein Identitätsgefühl schaffen."

Ihr Vorteil, den sie als Architekten haben und den sie in die Entwicklung der Region einbringen, etwa wie Schmitt als Mitglied des LEADER-Beirats: Sie denken in Bildern - und können diese Bilder auch vermitteln. "Wir setzen auf einen solchen ganzheitlichen Ansatz, auf Expertenwissen aus möglichst vielen Bereichen, um die Region voranzubringen", sagt Domes. "Wenn wir uns vernetzen, wenn möglichst viele Menschen mitdenken und mitreden, wenn es einen Wettbewerb der Ideen gibt, können wir ein tragfähiges Konzept entwickeln und unsere Region zukunftsfähig gestalten."


Info:
Die Wirtschaftsförderung Wetterau ist der zentrale Dienstleister und Ansprechpartner für alle Unternehmen, Kommunen sowie wirtschaftlich Aktiven im Landkreis. Zu den Gesellschaftern der Wirtschaftsförderung mit Sitz in Friedberg gehören der Wetteraukreis, die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, der Energieversorger OVAG, die Spar-kasse Oberhessen, die Volksbanken im Wetteraukreis und der Verein Wirtschaft.Regionalentwicklung.Wetterau.

Weitere Informationen erhalten Sie bei: Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH: Tel: +49 (0) 6031 – 77269-0 oder E-Mail: info@wfg-wetterau.de

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